Neuheiten, Trends und Evergreens

Welches Motorrad bringt deine Lieblingsmarke in diesem Jahr auf den Markt? Welcher Helm ist in dieser Saison der letzte Schrei? Hier findest du viele Neuheiten und Trends direkt aus der Schweizer Töff-Branche zum Nachlesen und dich inspirieren lassen.

Motorräder bis 125 cm3 Hubraum

Der 1. Januar 2021 war für die Schweizer Jugend ein Jubeltag. Nach langen Jahren des Wartens dürfen auch sie wie die Jugend aus den EU-Ländern bereits ab 16 Jahren auf moderne 125er-Viertaktmotorräder (maximal 15 PS, ABS ist gesetzliche Vorschrift) klettern, die Zeit der plärrend-knatternden und schwierig zu fahrenden 50er Zweitakter ging damit endgültig zu Ende. Kein Wunder, stiegen die Neuzulassungen 2021 bei den 125ern fast senkrecht in die Höhe, mit 8480 Einheiten katapultierte sich die 125er Klasse gar im ersten Jahr auf Platz 1 der Sektorenstatistik, noch vor den grossen Brummern mit 750 und 1000 Kubikzentimetern Hubraum. Das Modell-Angebot in der 125er Klasse ist sehr breit gefächert und attraktiv, neben den traditionellen Herstellern aus Japan und Europa buhlen vermehrt auch chinesische Marken mit niedrig angesetzten Preisen um die junge Kundschaft.

Motorräder mit mehr als 125 cm3 Hubraum

Die Schweiz ist ein Motorradland. Das motorisierte Zweirad ist insbesondere als Freizeit- und Hobby-Gerät ausserordentlich beliebt. Mit 35'258 neu eingelösten Motorrädern wurde 2021 ein neuer Allzeitrekord erzielt. Angesichts des Durchschnittsalters von rund 45 Jahren, dem starken Verkehrsaufkommen sowie den Einschränkungen durch den Gesetzgeber hat sich der Trend weg vom Sportmotorrad und hin zu einer ruhigeren Gangart in den letzten Jahren weiter verstärkt. Gefragt sind heute vor allem einfach zugängliche, optisch und preislich attraktive Zweiräder mit bequemer Sitzposition und den jüngsten Errungenschaften und Gadgets der Elektronikwelt. Auch Motorräder im Retro-Style, die aber technisch und fahrdynamisch absolut der Neuzeit entsprechen, sind sehr gefragt. Für Frauen, die je nach Segment bis zu einem Drittel der Kundschaft ausmachen, hat die Branche vermehrt Modelle im Programm, die individuell anpassbar sind.

Roller

Die flinken Stadtflitzer erfreuen sich in der Schweiz grosser Beliebtheit. 2021 wurden 18'611 Roller neu eingelöst, wobei rund ein Drittel an weibliche Lenkerinnen gingen. Rund zwei Drittel der Neueinlösungen (12'384 Einheiten) betreffen die Klasse bis 125 cm3, die seit 1. Januar 2021 bereits ab 16 Jahren und mit dem Führerschein A1 zugänglich ist. Die Elektro-Technik hält langsam aber sicher Einzug, immerhin knapp zehn Prozent (1’775 Stück) der neu in Verkehr gesetzten «Scooter» werden elektrisch angetrieben. Die Preise der fast ausschliesslich im kleinsten Segment (bis 45 km/h) angesiedelten E-Roller liegen aber noch durchwegs etwas höher als bei Benzin-betriebenen Fahrzeugen. Mit mehr als 3000 Einheiten und damit zwanzig Prozent Marktanteil sind auch hubraumstarke, kräftig motorisierte und damit auch Autobahn- und Langstrecken-taugliche Roller in der Schweiz sehr beliebt und stellen für viele eine Alternative zu einem «richtigen» Motorrad dar.

Elektro-Motorräder

Das Motorrad als Freizeit- und Hobby-Gerät ist in der Schweiz beliebt. Mit 35'258 Motorrädern wurde 2021 bei den Neuzulassungen ein neuer Allzeitrekord erzielt. Doch nur 1,3 % dieser Zahl (471 Stück) beliefen sich auf Zweiräder mit Elektro-Antrieb. Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass die Motorradfans gegen die E-Technik wären. Das Mauerblümchendasein der e-Töff hat andere Gründe. Ein Motorrad verfügt über viel weniger Platz für Energiespeicher als Automobile. Damit sind die Reichweiten beschränkt, was bei einem fast zu 100 % als Freizeit- und Hobbygerät genutzten Fahrzeug – Stichwort ausgedehnte Weekendausflüge – entscheidend ins Gewicht fällt. Zudem wird bei der Installation von Ladestationen fast ausschliesslich der urbane Bereich und damit die Automobilbranche bedient. Für den Endverbraucher entscheidend ist auch die Tatsache, dass die Branche noch kaum Modelle anbieten kann, die in Sachen Preis/Leistungsverhältnis mit der traditionellen Technik konkurrenzieren können.

Elektro-Roller

Ihnen gehört die Zukunft: Elektrisch angetriebene, einfachst zu bedienende und leichtgewichtige Roller sind für den innerurbanen, hektischen und von niedrigen Geschwindigkeiten geprägten Kurzstreckenverkehr eine perfekte Wahl. Leistung, Höchstgeschwindigkeit und Reichweite spielen bei diesen Nutzfahrzeugen nur untergeordnete Rollen. Neben den diversen chinesischen Herstellern haben nun auch die traditionellen Motorrad- und Rollermarken aus Japan und Europa die zentrale Bedeutung dieses Sektors erkannt und bringen vermehrt adrett gestylte, qualitativ hochwertige und auch preislich konkurrenzfähige Modelle auf den Markt. Kleine, austauschbare und/oder an externen Ladestationen aufladbare Batterien sind bereits jetzt die Norm. Die Fachwelt geht davon aus, dass der urban orientierte Kleinroller-Sektor in wenigen Jahren fast ausschliesslich von E-Fahrzeugen gestellt werden wird.

Bekleidung

Ob Lederkombi, Textilanzug oder Bikerjeans: Das Angebot an individuell kombinierbarer Bekleidung ist riesig. Sport- und RoadsterfahrerInnen stehen eher auf klassische, körperbetont geschnittene Lederjacken und -hosen, die optisch viel hergeben und welche die hochwirksamen Protektoren dort behalten, wo sie hingehören. Offroad-, Langstrecken- und TourenfahrerInnen schwören eher auf die Polyvalenz und Leichtigkeit von Textilbekleidung mit Dutzenden von Taschen und komplexen Belüftungssystemen. Viel Sicherheit bieten beide Varianten. Die Elektronik hat längst auch im Bekleidungssektor Einzug gehalten: Immer mehr Jacken und Kombis sind entweder serienmässig mit Airbagsystemen ausgestattet oder sind dafür vorbereitet. Auch heizbare Handschuhe und Stiefel finden sich bei diversen Anbietern im Programm. Zum Sicherheitsstandard gehören durchwegs helle, reflektierende Farben, die Zeiten des uni schwarzen Leder-Einteilers sind längst vorbei.

Helme

Obwohl alle im Verkehr zugelassenenen Helme die europäische Norm ECE-R 06 erfüllen müssen, ist die Preisspanne zwischen den günstigsten Kaufhaus-Kopfschützern und echten Premium-Helmen gigantisch. Erstere gibt es bereits für weniger als 100 Franken, die teuersten (und nachweislich von der Sicherheit her auch besten) Helme überschreiten die 1000 Franken-Barriere. Das Angebot an Fiberglas-, Polykarbonat- und Karbonkonstruktionen ist sehr gross, auch beim Design sind keine Grenzen gesetzt; wie bei Motorrädern und Bekleidung gibt es Sport-, Touren-, Roadster-, Offroad- oder Retro-orientierte Varianten. Auch Klapphelme für Brillenträger sind bei allen namhaften Herstellern im Programm. Wichtig: Integralhelme (einteilig, mit Kinnschutz) weisen einen deutlichen höheren Schutzfaktor auf als Jethelme (vorne offen, ohne Kinnschutz).

Reifen

Eine in verschiedenen Härtegraden aufgebaute, meist stufenlos ineinander übergehende Gummimischung (Multi-Compound) ist heute bei fast allen Topreifen Standard, genauso wie ein radialer Aufbau der Reifenkarkassen. Damit beherrschen die grossen Reifenhersteller den Doppel-Spagat zwischen hohem «Grip» auf trockener und nasser Strasse sowie einer möglichst hohen Lebensdauer bzw. Kilometerleistung immer besser. Die Vorgehensweise ist klar: In der Mitte der Lauffläche soll eine möglichst verschleissresistente, harte Mischung – in der heute nicht nur Russ und Gummi, sondern immer mehr auch synthetische Baustoffe (Silika) Verwendung finden – die Laufleistung garantieren, während die weicheren Flanken die Griffigkeit fördern. Dank der Verwendung von im Labor entwickelten Silika-Baustoffen bieten die modernen, qualititativ hochwertigen Reifen auch im kalten Zustand bereits von der ersten Kurve an viel Grip. Wichtig ist die Wahl eines auf Gewicht, Motorleistung und Fahrstil passenden Reifens, der Gang zur Fachwerkstatt ist dringend zu empfehlen.

Technisches Zubehör

Dank oder wegen des Elektronik-Zeitalters ist die Flut von sinnvollem Zubehör und manchmal etwas weniger nutzbringenden Gadgets kaum noch überschaubar. Am Motorrad selbst sind Traktionskontrollen, Kurven-ABS, in die Kurven leuchtende Scheinwerfer und Smartphone-Kompabilität (insbesondere für Navigation und Telefonie) schon meist Standard, aktuell halten Abstandswarner mit sanft eingreifenden Bremsen ähnlich wie beim Auto Einzug. Für praktisch alle Modelle gibt es bereits seitens der Hersteller umfangreiche Zubehörprogramme zur indiduellen Gestaltung des Fahrzeugs. Im Trend liegen Zubehör-Auspuffanlagen, elektronische Fahrwerksaufhängungen, Airbagwesten/-jacken, komplexe Kommunikations- und Audiosysteme für den Helm sowie Head-up Displays.

Aprilia Tuareg 660

Mittelklasse-Reisemotorrad, 2-Zyl., 80 PS, 70 Nm,222 kg, ab 12'995 Fr.

https://www.aprilia.com/ch_DE/

Aprilia Tuono 660 Factory

Sportlicher Allrounder, Reihen-Zweizyl., 100 PS, 67 Nm, 183 kg, Preis offen

https://www.aprilia.com/ch_DE/

Aprilia Tuono V4

Sportliches Naked Bike, V4, 999 cm3, 175 PS, 121 Nm, 209 kg, ab 21'195 Fr.

https://www.aprilia.com/ch_DE/

Arch 1S

US-Sportroadster (Keanu Reeves), V2, 2032 cm3, 124 PS, 156 Nm, ca. 110'000 Fr.

https://archmotorcycle.com/

Benelli Leoncino 800

Naked Bike aus China, 752 cm3, 76,2 PS, 68 Nm, 234 kg, Preis offen

https://www.moteogroup.com/

Benelli 800 Trail

Mittelklasse-Scrambler, 752 cm3, 76,2 PS, 68 Nm, 234 kg, Preis offen

https://schweiz.benelli.com/

Benelli TRK 800

Reise-Enduro, 752 cm3, 77 PS, 67 Nm, 226 kg, Preis offen

https://schweiz.benelli.com/

Bimota KB4

Avantgarde-Sportler, 4-Zyl. (Kawasaki), 142 PS, 111 Nm, 194 kg, Preis offen

https://bimota.it/

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